Festplatte vollständig löschen

Es ist mal wieder soweit, eine Festplatte hat ausgedient. Aber einfach wegschmeißen? Wenn die Platte nocht nicht sehr alt ist, dann lohnt sich ein Verkauf, etwa bei eBay. Doch dazu sollte man vorher alle Daten vollständig löschen, weil man für gewöhnlich persönliche Daten hat, die nicht für andere Personen bestimmt sind. Doch leider reicht ein normales Löschen der Dateien nicht aus, weil dann lediglich die Bereiche der Festplatte, auf der die Daten sind, zum Überschreiben frei gegeben werden. Tatsächlich überschrieben werden sie aber frühestens dann, wenn man wieder etwas auf der Festplatte speichert. Darum sollte man die Daten komplett überschreiben.

Mit Linux geht das meiner Meinung nach am einfachsten und das bei höchst möglicher Sicherheit. Allerdings ist dazu einiges zu beachten:

Prinzipiell reicht es aus, wenn man einfach alle Bytes auf der Festplatte mit null überschreibt. Das geht mit folgendem Kommando auf der Konsole (als Superuser):

dd if=/dev/zero of=/dev/hda bs=10240

Die Eingangsdatei if (input file) ist /dev/zero, eine spezielle Gerätedatei, welche immer Null liefert. Als Ausgangsdatei of (output file) wird hier die Festplatte angegeben. Das kann ja nach System auch /dev/sda (1. SCSI Platte) oder /dev/sdb (2. SCSI Platte) sein. In diesem Beispiel handelt es sich um die 1. Platte am 1. IDE Port (primary master), /dev/hdb wäre primary slave, /dev/hdc secondary master etc. und um die Geschwindigkeit zu erhöhen, gibt man am besten noch eine hohe Blocksize an, wie in diesem Besipel bs=10240. Dann werden gleich eine Vielzahl an Bytes auf einmal an die Festplatte gesendet. Trotzdem dauert dieser Vorgang bei z.B. 40 GB etwa eine Stunde, was allerdings auch wieder abhängig ist von der CPU-Geschwindigleit.

Und es gibt ein Restrisiko, welches man nicht vernachlässigen sollte. Fällt nämlich während der Betriebszeit der Festplatte ein Sektor der Platte aus, so wird dieser von der Festplatte selbst, durch einen Ersatzsektor ausgetauscht. Weil diese Vorgänge festplattenintern passieren, bekommt das Betriebssystem davon niemals etwas mit. Das bedeutet, wenn nun ein oder mehrere Sektoren auf diese Weise nicht mehr von der Festplatte genutzt werden, dann kann auch keine Software diese Bereicher der Platte überschreiben. Insbesondere dann, wenn man alles andere mit null gefüllt hat, dann könnten spezielle Datenrettungstechniken eben solche Bereiche, die nicht so schöne aneinandergereihte Nullen aufweisen, sehr leicht entdecken und die Daten dort zu finden wäre kinderleicht. Daher ist es ratsam in einem zweiten Durchlauf folgendes zu machen:

dd if=/dev/urandom of=/dev/hda bs=10240

Hier wird nun als Eingangsdatei /dev/urandom genommen, eine spezielle Gerätedatei, welche Zufallszahlen generiert. Das dauert zwar fast doppelt so lange, wie die vorherige Variante, aber wenn die Festplatte vollgeschrieben mit durcheinandergewürfelten Werten ist, dann ist es natürlich sehr viel schwiereiger darin noch Daten zu finden, die vielleicht doch nicht überschrieben werden konnten. Wer jedoch hochsensible Daten hat, die unter keinen Umständen in fremde Hände geraten dürfen, der sollte dann wohl doch lieber die Festplatte vernichten. Denn viel mehr als 20 Euro wird man vermutlich eh nicht für eine gebrauchte Festplatte bekommen. Ist das Risiko zu hoch, wäre es das natürlich nicht wert.

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